Vorgetäuschter Schlaf (Pretending to Sleep)

von Dasha K. (dashak@visi.com)

 

Deutsche Übersetzung von DanaK35 (DanaK35@yahoo.com)

 

 

"Willkommen auf United Airlines Flug 1066 von Washington D.C. nach Sacramento. Wir werden in wenigen Minuten starten, deswegen bitten wir Sie, sich anzuschnallen und Ihren Sitz aufzurichten. Vielen Dank und einen angenehmen Flug."

 

Sie sitzen alle drei in einer Reihe, Seite an Seite. Skinner am Fenster, Scully in der Mitte und Mulder am Gang. Alle drei haben ihre Augen geschlossen und täuschen vor, zu schlafen.

 

"Wir haben unsere Flughöhe jetzt erreicht und Sie können Ihren Platz verlassen und sich in der Kabine bewegen."

 

Seine Augen bleiben geschlossen.

 

Wenn er schlafen könnte, würde er es tun. Seit Amber Lynn La Pierre verschwunden ist, hat er nicht mehr als zwei oder drei Stunden die Nacht geschlafen. Nicht seit Caroline ihn sanft wachgerüttelt und gesagt hatte "Walter, wach auf. Jemand möchte Dich sprechen." Seitdem heißt es schlechter Kaffee, kaltes Take-Out-Essen und genervte Agenten.

 

Schon immer war Skinner in Krisen am leistungsfähigsten. Er blüht auf, wenn er Befehle und Anweisungen geben kann, wenn er organisieren muss. Er ist immer der erste, den man anruft, wenn alles zur Hölle fährt. Diesesmal ist es anders. Es ist persönlicher. Er kann es in der Art fühlen, wie Scully sich neben ihm verkrampft. Auch ihre Augen sind geschlossen, er weiß dass, ohne sie ansehen zu müssen. Er hört ihren unregelmäßigen Atem und riecht die Spannung, die aus ihrem Körper zu strömen scheint.

 

Er kann Mulder zwar nicht sehen, der ganz drüben am Gang sitzt, aber er stellt sich vor, wie Wellen des Schmerzes den anderen überkommen, der absolute Mangel an Verständnis für diese Situation.

 

Er kennt diese Gefühle nur zu gut.

 

Da war dieser Morgen gewesen, an dem das Telefon zu klingeln angefangen hatte, gerade als er und Sharon sich liebten. Damals wohnten sie noch in Minneapolis und draußen hatten ein Blizzard gewütet. Die Fenster klapperten von der Kraft des Windes und durch die Jalousien konnte man nur eine weiße Wand sehen. Die ganze Stadt schien zu schlafen und sie hatten sich kindlich über den Tag gefreut.

 

Und dann hatte das Telefon geklingelt.

 

"Geh' nicht ran", murmelte Sharon an seiner Schulter. Ihre Finger glitten an seinem flachen Bauch herab, aber die Macht der Gewohnheit war stärker. Er nahm ab.

 

"Walter?" Die Stimme seiner Mutter, zitternd und schriller als normal.

 

"Mom, was ist los?"

 


 

In der nun folgenden langen Pause fragte sich Skinner, welche schlechten Nachrichten sie für ihn hatte. In ihrem Alter war es immer möglich, dass ihre oder die Gesundheit seines Vaters sie im Stich ließen.

 

"Es geht um Corinne."

 

"Corrine?" Seine jüngere Schwester, 24-Jahre alt, Studentin der französischen Literatur an der Northwestern Universität. Er hatte auch eine ältere Schwester, Cathy.

 

"Walter… Corinne ist tot. Sie hat sich gestern Nacht umgebracht."

 

Er ließ den Hörer fallen und nahm war, wie der auf dem Parkett aufprallte.

 

Jetzt, so viele Jahre später, erinnert er sich kaum noch an Corinnes Beerdigung. Er weiß noch, wie er nach dem Anruf seiner Mutter stundelang am Telefon hing und versuchte einen Flug aus dem verschneiten Minneapolis zu bekommen. Er erinnert sich noch an Sharons kühle Hand in seiner, während der Beerdigung und an die trockene, flache Stimme des Predigers. Er weiß noch, wie seine Mutter in ein weißes Spitzentaschentuch weinte, während sein Vater in einem Eck saß, das Gesicht in den Händen vergraben, still vor lauter Schock.

 

Am meisten jedoch erinnert er sich daran, wie obszön er den offenen Sarg gefunden hatte. Es war so krank, Corinne für alle sichtbar aufzubahren, wunderschön hatte sie ausgesehen, als ob sie sich nur für einen kleinen Moment ausruhte. Er hatte ihr dunkles Lockenhaar berührt und nicht wahrhaben wollen, dass die ihre Augen nie mehr öffnen würde. Diese langen, schwarzen Wimpern würden sich nie wieder von ihrer weichen, oliv-getönten Haut heben.

 

Und während der ganzen Zeit hatte er gedacht—warum? Warum warum warum hast Du das getan, Corrie, warum hast Du uns ohne einen Brief verlassen, ohne Grund, warum Dir die Pulsadern aufgeschnitten, was hat Dich dazu getrieben? Ich konnte Dir nicht mal "Leb' wohl" sagen.

 

Er stellt sich diese Frage immer noch, so viele Jahre später. Er hatte gewußt, dass sie deprimiert gewesen war, das Studium war nicht so gelaufen, wie sie es sich gewünscht hatte, sie hatte mit ihrem Freund Schluß gemacht, und doch verfolgt ihn diese Frage noch immer. Und manchmal, an den Feiertagen schaut Cathy ihn an und er weiß, dass sie von der selben Frage gequält wird.

 

Bei einem Selbstmord gibt es keine Offenbarungen.

 

 

Skinner öffnet seine Augen und blickt zu Mulder und Scully. Er wünschte er könne mit Mulder einfach einen Trinken gehen, nicht als sein Vorgesetzter, sondern als besorgter Freund. Nur sie beide, in irgendeiner Bar, wo sie über die offenen Wunden sprechen könnten, die der Selbstmord eines geliebten Menschen hinterläßt. Aber diese Tag wird niemals kommen. Es steht zu vieles zwischen ihnen – alles was mit dem FBI, den X-Akten und natürlich Scully zu tun hat.

 

 

 

Aus dem Augenwinkel bemerkt er, die Erhebung unter Scullys Decke. Sie und Mulder halten Händchen.

 

Hätte er dies sagen wir vor einem Jahr gesehen, wäre er wahrscheinlich stocksauer gewesen, überzeugt davon, dass sie mit ihrer Beziehung zu Mulder vor ihm paradierte. Es wäre mindestens so schlimm, wie damals im Flugzeug, kurz nachdem er und Scully in Little Roch zu Liebenden geworden waren, als er beobachtet hatte, wie sie an Mulders Schulter eingeschlafen war.

Jetzt ist es anders. Nun weiß er, dass das nicht Scullys Art ist. Auch wenn sie und Mulder kein Paar wären, würde sie trotzdem seine Hand halten. Denn sie tut das, um ihn zu trösten. Und Skinner gönnt es ihm in Zeiten wie diesen. Er weiß noch, dass Sharons Hand ihn in seiner Trauer aufrecht hielt.

 

Californien wird hart werde. Die Kombination aus einem trauernden Mulder und einem vermißten Kind ist irgendwie so, wie Nitroglycerin und ein Streichholz. Skinner wird all seine Fähigkeiten brauchen, alle bei der Sache zu halten.

 

Skinner ist kein religiöser Mann, aber er schließt seine Augen wieder und schickt ein Stoßgebet zum Himmel.

 

"In wenigen Minuten werden wir Ihnen unseren heuten Film "Die Matrix" mit Keanu Reeves zeigen. Sie können einen Kophörer bei einem unserer Flugbegleiter für drei Dollar erwerben und diesen nach dem Flug behalten."

 

Ihre Augen bleiben geschlossen.

 

Wenn sie schlafen könnte, würde sie es tun. Sie weiß nicht mehr, ob sie letzte Nach überhaupt geschlafen hat. Es gibt da die verschwommene Erinnerung daran, dass sie kurz vor Morgengrauen in den armen des anderen gelegen hatten und die Zeit sich wie ein langes weißes Band zu strecken schien, aber sie ist sich nicht sicher, ob sie da geschlafen hat oder nicht.

 

Die letzte Nacht erscheint ihr noch immer wie eine lange, merkwürdige Halluzination. Sie hatte schon vorher erlebt, wie Mulder zusammenbricht, aber noch nie so.

 

"Ein richtiger Mann weint nie!" Hatte ihr Vater immer zu ihren Brüdern gesagt. Damals im Auto, as Charlie vom Apfelbaum gefallen war und sich den Arm gebrochen hatte. Charlie hatte zusammengekauert auf dem Schoß seiner Mutter gesessen und herzzerreissend geschluchzt, während ihr Vater ihn zurechtwieß, dabei war Charlie damals erst sechs gewesen. Selbst damals hatte Dana gewußt, dass ihr Vater im Unrecht war, obwohl sie damals noch ein Kind gewesen war. Ein Mann konnte weinen und trotzdem ein Mann sein.

 

Aber manchmal, wenn man etwas lange genug gehört hat, dann glaubt man daran. "Ein richtiger Mann weint nie." Kein Wunder, dass alle ihre Liebhaber vor Mulder starke, stille Typen gewesen waren.

 


 

Sie hat Mulder schon vorher weinen sehen. Letzte Nacht war nicht das erste Mal gewesen, aber das schlimmste, als er all seine Trauer und Verwirrung in schrecklichem, schmerzhaftem Schluchzen rausließ. Zuerst war sie etwas befangen, ihn so am Boden zerstört zu sehen. Er erschien in seiner Trauer zu schrumpfen. Aber das Mitgefühl siegte und so hielt sie seinen zitternden Körper im Arm. In Ihrem Herzen wußte sie, dass Mulder ein Mann war und zwar deshalb, weil er die Stärke hatte Gefühle zu zeigen.

 

Scullys öffnet kurz die Augen und blickt auf Mulders Profil. Obwohl es im Flugzeug nicht sehr hell ist, trägt er seine Sonnenbrille. Und obwohl sie seine Augen nicht sehen kann weiß si, dass er nicht schläft. Sein Atem geht nicht gleichmäßig genug. In den vergangenen eineinhalb Jahren hat sie hunderte von Nächten schlafend an seiner Seite verbracht und sie kennt den Rhythmus seines Atems gut.

 

Auch Skinner schläft nicht, obwohl auch seine Augen geschlossen sind. Sie kennt auch den Rhythmus seines Atems.

 

Wie traurig und ironisch, denkt sie sich, als ihr die Sitzordnung bewußt wird. Mulder auf eine Seite, Skinner auf der anderen. Sie in der Mitte.

 

Es ist lange her, seit sie Skinner körperlich so nahe war. Sie schließt ihre Augen wieder und bemerkt, dass sie, wenn sie ihren Kopf nur ein bisschen nach links dreht, Skinner's Duft nach holziger Seife und gestärkten Hemden wahrnehmen kann. Und wenn sie sich ein kleines bisschen nach rechts dreht, riecht sie Mulder, den Duft nach teurem Aveda shampoo, dass er jetzt für sie in seiner Dusche hat und diesen undefinierbaren Duft, den sie überall blind erkennen würde.

 

Dies ist jedoch nicht der Augenblick, an die vergangene "Ménage" zu denken. Jetzt geht es um Mulder und Teena und darum, Amber Lynn zu finden. Letzte Nacht war sie nicht Mulder's Geliebte. Sie hat die Nacht nicht damit zugebracht an den Freuden seines Körpers zu ertrinken, über seine lächerlichen Witze zu lachen oder Tiefkühlpizza verbrennen zu lassen, während sie küssen auf dem Sofa sitzen. Sie war für ihn da, als seine Partnerin, seine Ärztin, seine beste Freundin. Als sie ihn im Bett in den Armen hielt, sein feuchtes Gesicht an ihre Brust gepresst, war das eine keusche Geste. Zum Trost, zur Unterstützung und nichts, was sie nicht schon immer für ihn getan hätte, sogar bevor sie ein Paar wurden.

 

Scully fühlt Mulders Hand, die sich unter ihre Decke stiehlt. Gott, seine Hände sind so kalt und trocken. Er greift nach ihr und sie öffnet vor Überraschung fast die Augen. Das geht nicht, nicht hier, nicht wo Skinner und all die anderen direkt neben ihnen sitzen. Und doch kann sie es Mulder nicht verwehren.

 

Ihre Hände verschränken sich ineinander und sie holt tief Atem, wissend, dass sie im Moment Mulders Rettungsring ist. Ich werde immer da sein und deine Hand halten, denkt sie und wünscht sich, sie könnte es laut sagen.

 

Du wirst darüber hinweg kommen, du bist stark, Mulder. Und ich halte nicht weniger von dir, wenn Du weinst.

 


 

Sie drückt Mulders Hand unter der Decke und schickt ein kurzes Gebet zu Gott um Offenbarung.

 

"Wir nähern uns nun Sacramento und werden in ca. 15 Minuten landen. Bitte stellen Sie ihren Sitz nun wieder auf und schließen Ihre Sitzgurte. Das Wetter in Sacramento ist warm und sonnig, mit 62°F. Wir wünschen Ihnen einen angenehmen Aufenthalt am Zielort und bedanken uns für Ihr Vertrauen."

 

 

Seine Augen bleiben geschlossen.

 

Wenn er könnte, würde er schlafen.

 

Er fühlt sich noch immer betäubt, von den Beruhigungsmitteln, die Scully ihm irgendwann mitten in der Nacht gegeben hat. Außerdem sind seine Nase und Augen von zu vielen Tränen geschwollen.

 

Aber er kann nich schlafen und fragt sich, ob er jemals wieder schlafen wird.

 

Und doch, auch wenn es sich egoistisch anhört, was er im Moment fühlt ist komischerweise Enttäuschung. Nie wird er die Geschichte seiner Mutter, die Wahrheiten die sie wußte, erfahren.

 

Er hat immer versucht ein guter Sohn zu sein, der beste, der er sein konnte. Er hat ihr zum Geburtstag und Muttertag Geschenke geschickt und mindestens ein- oder zweimal im Monat angerufen. Er hat es sogar geschafft, manchmal an Feiertagen dort zu sein, obwohl das meist langes Schweigen bedeutete und dass seine Mutter zu viel trank und er danach frustriert zurückblieb. Aber sie war seine Mutter gewesen, er war alles was sie noch auf der Welt hatte und sie war alles was er noch hatte.

 

Und jetzt ist er allein.

 

Nun, nicht wirklich. Scully hält noch immer seine Hand, ihre Finger sind warm und weich und sie scheint ihre Ruhe und Stärke auf ihn zu übertragen.

 

Mulder hatte immer diese klare Phantasie über seine Mutter, er träumte, dass sie ihn eines Tages einfach anrufen und nach Greenwich rufen würde. "Ich muss mit Dir reden, mein Sohn," würde sie in seiner Vorstellung sagen.

 

Sie würden in der Küche sitzen, vom Sonnenlicht umgeben und sie würde ihm Kaffee einschenken und sagen, "Fox, ich möchte Dir erzählen, was wirklich mit Samantha geschehen ist."

 

Und auch wenn die Wahrheit häßlich, schmerzhaft und schrecklich wäre, wenigstens wüßte er dann. Er würde nie mehr aus einem Alptraum über seine Schwester aufwachen müssen. Er könnte sie entweder betrauern, oder einen neuen Weg finden, seine Suche fortzusetzen.

 


 

Aber so ist ihm dieser Weg für immer versperrt und er wird nie erfahren, was seine Mutter wußte.

 

Er haßt sie dafür, dass sie so egoistisch war, diese Welt zu verlassen, ohne seinen Schmerz zu lindern. Und er haßt sich selbst dafür, dass er sie haßt.

 

Immerhin war er seiner eigenen Mutter nicht nahe genug gestanden, um zu wissen, dass sie krank war, um ihre Ängste und Schmerzen zu kennen.

 

Allein das würde reichen, dass er den Kopf hängen läßt und wieder in Tränen ausbricht, aber er wird das nicht tun. Er muss stark sein, wegen des Falls, wegen Amber.

 

Er denkt an letzte Nacht und an Scully zurück, nachdem er die Pillen genommen hatte und schläfrig geworden war, wie sie in seinem Bett gelegen hatten, ihre Brust an seinen Rücken gepresst. Es war ihm so merkwürdig erschienen in dieser Position zu liegen, da er größer ist als sie und normalerweise immer hinter ihr lag. Aber letzte Nacht war das sinvoll gewesen – er hatte es gebraucht, gehalten zu werden, umgeben von weicher Haut, ihrer sanften Stimme, die im sinnlose Trostworte ins Ohr wisperten. Er hatte daran erinnert werden müssen, dass die ganze Welt nicht nur aus kleinen entführten Mädchen und trauernden Müttern besteht. Letzte Nacht hatte er wissen müssen, dass es noch Gutes auf der Welt gibt, etwas, das es Wert ist, seinen müden Körper zu erheben und dafür zu kämpfen.

 

Er öffnet für einen Moment die Augen und schaut hinter seiner dunklen Sonnenbrille hervor auf die beiden anderen. Scullys Augen sind geschlossen, aber er kann an ihrem Mund erkennen, dass sie nicht schläft. Wenn sie schläft, dann entspannen sich die Muskeln um ihren Mund immer total, als ob sie all die gespielte Selbstkontrolle ein für alle Mal aufgegeben hätte. Es ist einer ihrer kleinen Geheimnisse, die ihn unendlich bezaubern.

Es ist schwerer zu sagen, ob Skinner wirklich schläft oder nicht. Skinner gehört zu den Personen, bei denen Mulder sich schwertut zu glauben, dass sie überhaupt schlafen. Und doch hat Scully ihm schon schlafen sehen. Manchmal vergißt Mulder dass die beiden sich vor so langer Zeit geliebt haben. Sogar jetzt noch, als er sie anschaut, ihre Köpfe nur Zentimeter voneinander entfernt, fällt es ihm schwer, diese Tatsache zu verdauen.

 

Auf irgendeine kranke Art und Weise, bewundert Mulder Scully dafür, wie sie heute morgen mit Skinner umgegangen ist, als er vor seiner Tür stand. Sie war völlig ungeniert gewesen, obwohl keiner von ihnen beiden jemals etwas zu Skinner darüber gesagt hatten, dass sie jetzt mehr als nur Kollegen waren. Nein, Scully war einfach da gewesen, seine wohlbefinden das einzig wichtige für sie. Was für eine Frau.

 

Das Flugzeug beginnt zu sinken und Mulder öffnet den Mund, um den Druck von den Ohren zu nehmen. Sie sind fast da. Es ist Zeit, nur noch an Amber Lynn zu denken, das hübsche, von ihren Eltern über alles geliebte Kind. Schieb' die Trauer auf die Seite, hör' auf, irgendwelche Parallelen zu suchen und achte nur auf das was vor dir liegt, sagt er sich selber. Wenn er sich selbst so zurechtweist, dann hört sich seine innere Stimme verdächtig nach Scully an.


 

Ich möchte nur, das die vorüber ist, ich will das alles weg ist, denkt er egoistischerweise.

 

Er kann es sich im Moment nicht leisten zu trauern.

 

Mulder betet nie an einen Gott, an den er nicht glauben kann, aber jetzt muss er darauf hoffen, dass jemand ihm zuhört. Er nimmt seine Sonnenbrille ab und schaut aus dem Fenster auf die immer näherkommende Landschaft Sacramentos. Er betet um ein Ende.

 

"Willkommen in Sacramento. Bitte halten Sie ihren Sicherheitsgurt so lange geschlossen bis wir völlig stillstehen und das Warnlicht erloschen ist. Wir hoffen Sie haben Ihren Flug mit uns genossen."

 

Ende