Roter Valerian - Red Valerian

von Dasha K. (dashak@visi.com)

 

Deutsche Übersetzung von DanaK35 (DanaK35@excite.com)

 

Archivierung: Ist OK, solange mein Name und Email Adresse dranbleiben. Es wäre nett, wenn Ihr mir Bescheid sagen könntet, wo ihr meine Story archiviert habt.

Zusammenfassung: Wenn drei Leben sich kreuzen, gibt es ein Dreieck.

Kategorie: SRA

Klassifikation: Skinner/Scully Romanze, Mulder/Scully Romanze

Rating: NC-17 (= ab 18 Jahren)

Disclaimer: Mulder, Scully und Skinner gehören mir nicht, aber nachdem CC sie nie spielen läßt, habe ich mir erlaubt sie mit rauszunehmen.

Spoilers: Fünfte Staffel

Feedback: Ich würde gerne hören, was ihr davon haltet. Dies ist die Zusammenstellung aller Geschichten der Red Valerian-Serie. Ihr mögt euch fragen, warum ich "Little Rock", den Epilog, mitten in die Kollektion gestellt habe. Ich habe lange darüber nachgedacht und entschieden, dass die ganze Serie besser ankommen wird, wenn der Leser warten muss, bis er die volle Geschichte über die Vorkommnisse in Little Rock bekommt. Falls ihr das nicht so seht, sagt es mir ruhig.

 

 

The Red Valerian Serie:

Roter Valerian - Red Valerian

Morgen - Morning (added Feb. 2000)

Alles außer ihr - Everything But the Girl

Cleopatra - Cleopatra

Zwei Stimmen - Two Voices

Reibung - Friction

Hotel - Hotel

Little Rock - Little Rock

Samstag morgen, zweimal Frühstück - Saturday Morning, Two Breakfasts

Grenadine - Grenadine

Jahreszeiten - The Seasons

Widerhall - Resonance

 

Ursprünglich hatten die Geschichten ein Rating von PG-13 (ab 12 Jahren) bis NC-17 (ab 18 Jahren), aber ich habe mich entschieden alle pauschal NC-17 (ab 18 Jahren) zu bewerten. An alle die jünger sind – ich beobachte euch.

 

Die Serie beginnt im Frühling der 5. Staffel aber zeitlich beginnt sich schon im Januar (mit Little Rock), nach den Vorkommnissen von Christmas Carol / Emily. Die Geschichte endet ca. 4 Jahre später. Für diese Geschichte habe ich die Vorkommnisse von The End (das Ende), Akte X-Der Film und er 6. Staffel ignoriert.

 

Diese Serie ist Scott Rothenberger gewidmet, für die Worte die er schrieb und die, die ungeschrieben blieben. 1967 - 1992

 

Roter Valerian (Red Valerian)

 

Im Bett liegend wartet er darauf, daß sie aus dem Badezimmer kommt. Es ist süße Folter, das Wasser rauschen zu hören und sich vorzustellen, wie sie sich das Gesicht wäscht, ihr Haar kämmt, die Zähne putzt.

 

Dann endlich geht sie durch den Raum auf ihn zu, mit ihrem üblichen selbstsicheren Schritt. Sie trägt eines seiner alten Baseball T-Shirts, daß ihr bis zu den Knie hängt. 'Spitzenunterwäsche ist ja ganz nett, aber eine zierliche Rothaarige in einem abgefahrenen T-Shirt, machen mich glücklich fürs Leben', denkt er, ein Lächeln auf seinen Lippen.

 

Sie gleitet über das Bett und bedenkt ihn mit diesem speziellen Ausdruck in ihren Augen, der seine Nerven jedesmal fast zum zerreißen bringt. 'Was ist es, daß mich diese Frau so fasziniert?' Ist es das verbotene, daß ich ihr Vorgesetzter bin? Die offensichtliche Liebe ihres Partners? Ist es die verträumte Art, mit der sie mich mit geschlossenen Augen berührt?

 

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Sie lächelt, als sie ihn da im Bett sitzen sieht, die Lesebrille noch immer auf der Nase, ein Buch in seinem Schoß. Wieder eine "Geschichte des II. Weltkrieges". 'Warum sind Männer nur so fasziniert vom Krieg?' OK, er hat einen Krieg mitgemacht, hat überlebt. Er hat das Recht fasziniert zu sein.

 

Sein Körper. Gott, sein Körper. Sie weiß, das selbst wenn sie ewig leben würde, sie würde nie seiner goldenen Haut überdrüssig werden, der festen Muskeln seiner Arme, nicht einmal der schrecklichen Narbe auf seiner Brust, die er von einer Schußwunde behalten hat. Auch sie ist ein Teil von ihm und sie betet ihn an. Heute Nacht bedauert sie nur, daß sie im Bad war, als er sich auszog. Die Art, wie er sein gestärktes weißes Hemd auszieht und ordentlich auf einen Stuhl legt, hat etwas tief erotisches.

 

Es wird niemals genug von ihm für sie geben, denn sie teilen immer nur gestohlene Moment. Eine Stunde hier, eine seltene Nacht da. Notwendigerweise leben sie im Schatten.

 

'Wenn mein Partner wüßte,' denkt sie und verdrängt den Gedanken auf später. Jetzt ist nicht die Zeit über ihn nachzudenken. Es ist Zeit für ihn.

 

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Er löscht das Licht und rückt näher an sie heran. Er kann ihre Mandelseife riechen. Das einzige, daß sie bei ihm läßt, die einzige Erinnerung an sie, wenn er alleine ist. Manchmal, wenn sie nicht bei ihm ist, steht er unter der Dusche und riecht den Duft ihrer Seife, der Duft ihrer warmen Haut schleicht sich in seine Gedanken.

 

 

Er berührt ihr feines Haar. 'Roter Valerian', denkt er als seine Finger sich in den Strähnen verfangen. Eine Pflanze oder eine Blume? Er hat keine Ahnung aber sie ist eine Blume für ihn, die sich öffnet und schließt. Verschlossen, professionell und ein bißchen steif in der geschlossenen Umwelt des Büros. Kein einziger verräterischer Blick, wenn sie ihm gegenüber sitzt. Neben ihrem Partner. Ihrem jüngeren, gutaussehenden Partner, denkt er und schämt sich sofort für den Gedanken. In wessen Bett liegt diese seltene Blume heute Nacht?

 

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Wie eine Blinde schließt sie die Augen und berührt sein Gesicht sanft mit den Fingerspitzen. Seine rauhen Wangen und die Zartheit seiner Augenlider. Ihre Hände streichen über seine Kopfhaut, wie Satin unter ihren Fingern. Er stöhnt und fängt ihren Zeigefinder mit dem Mund, saugt daran. Oh, die warme Feuchtigkeit seines Mundes.

 

Dann endlich ergibt sie sich der Versuchung und sucht seinen Mund instinktiv. Jedesmal, wenn sie in küßt, ist es wie eine Überraschung, eine neue Entdeckung. Mit einem einzigen Kuß verschmelzen sie ineinander. Die Barrieren zerschellen mit der Berührung ihrer Lippen und Zungen.

 

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Ihr Mund beginnt seine langsame Reise seinen Körper entlang und er erzittert in der Kühle des klimatisierten Raumes. Er umfaßt ihren Kopf und zieht sie zu sich, so daß sie in ansieht. Es ist so schwer es zu sagen, er bringt nur den Anfang zustande. "Könntest du jemals...?" Fragt er mit ruhiger Stimme. Er weiß schon, daß sie nichts sagen wird. Sie tut es niemals.

 

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Sie weiß, was er fragen möchte, aber sie weiß die Antwort nicht.

 

An Stelle einer Antwort senkt sie ihren Kopf und nimmt ihre langsame Anbetung seines Körpers wieder auf. Sie lächelt, als sie unter seinen Jockey Shorts die Erhebung seiner Erektion erkennt. "Ist das meines?" Fragt sie und berührt leicht den Stoff.

 

"Es wird immer dir gehören." Er seufzt und drückt sich in ihre wartende Hand.

 

Sie schält seine Shorts von ihrem Körper, vorsichtig und präzise und lächelt wieder, ob seiner Erregung. Sie ist immer wieder erstaunt, wie sehr er sie begehrt, wie sehr er sie immer begehrt hat. Ein Meister der Verstellung, hatte er nie auch nur die kleinste Andeutung gemacht, bis auf dieses eine Mal, spät nachts in einem Hotel in Arkansas, als alles in einem, flammenden Moment zu Tage kam.

 

 

"Berühr' mich!" Dringt seine Stimme aus der Dunkelheit. Seine Stimme ist tief und schwer wie Sirup, doch nie so süß und klebrig wie die braune Masse. Sie liebt diese Stimme.

 

Aber liebt sie ihn?

 

Sie weiß es nicht.

 

Was sie haben ist genug für den Moment. Es muß genug sein.

 

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Verzückung nimmt langsam von ihm Besitz, als er ihre Lippen spürt, die ihn umgeben, die ihn in warme Feuchtigkeit einhüllen. Das flackernde Licht der Straßenlaterne draußen, wirft gerade genug Licht durch die Jalousien, um das Kupfer ihres Haares zu erleuchten, ihren Körper, der sich über ihn gebeugt, bewegt.

 

'Meines, meines, meines,' denkt er, als das Begehren ihn in Wellen überflutet.

 

Er denkt daran, daß sie von geborgter Zeit leben. Vielleicht werden es Tage sein, Wochen, Monate, aber diese Frau wird in verlassen. Er weiß es, so wie er seinen Namen weiß.

 

Er ist vorbereitet. Er wird überleben. Und vielleicht irgendwann wieder lieben. Als heimlicher Optimist, muß er darauf hoffen.

 

Er weiß auch sehr gut, für wen sie ihn verlassen wird. Sie wurde einem anderen versprochen. Aber bis dahin, ist sie hier in seinem Bett, ihr Mund liebkost seinen Schwanz, seine Hände ruhen auf ihren seidenen Schultern. 'Lebe den Moment', erinnert er sich selber. Lebe für diese Nacht.

 

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Sie schüttelt ihren Kopf und läßt ihn los. "Du bist dran", sagt sie und fährt sich mit der Zunge über die Lippen. Sie weiß nur zu gut ihre die Wirkung auf ihn und um das, was er für sie tun wird.

 

Seine Finger wandern ihren Körper hinunter, bis er die Insel aus weichem Haar findet. Sie kann ein Stöhnen nicht unterdrücken, als seine Finger langsam ihre Klitoris umkreisen. 'Ja, daß ist es', denkt sie. Nach all diesen Monaten kennt er sie gut, er weiß, wie er sie in Flammen setzen kann.

 

Sie fragt sich, ob er weiß, wie schwer es für sie ist, mit ihm in Meetings zu sitzen, ihren Partner neben sich. Manchmal, wenn er aufsteht um sein Jackett auszuziehen, hört sie dieses leise, wimmernde Geräusch in ihrem Kopf. 'Nein, tu das nicht!' Schreit sie innerlich, denn der Anblick seiner muskulösen Arme in Hemdsärmeln, erregt sie zu sehr. Nach solchen Meetings hat sie schon mehr als einmal die Damentoilette aufsuchen müssen um sich Erleichterung zu verschaffen. Und dann zurück in ihr Büro, immer versuchend, den Blicken ihres Partners auszuweichen. Gott, wie sie es haßte, ihr Schweigen, das einer Lüge gleichkommt.

 

'Schicksal ist schon was komisches', denkt sie, und seine Lippen liebkosen ihr Innerstes. Sie weiß, daß dieser Mann nicht ihr Schicksal ist. Sie spürt, daß da etwas anderes auf sie wartet, aber sie weiß nicht was das ist. Ihr klares Bewußtsein schwindet, als sein Mund sie auf den Abgrund zu drängt. Mit seinen langen, starken Fingern, die sich in ihr bewegen, schickt er sie darüber hinaus und sie kommt mit einem erstickten Schrei, ihr Rücken ihm entgegen gestreckt.

 

 

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Diese Frau, seine Liebe, schmeckt sogar wie eine Blume. Süß und duftend. Er ist beinahe enttäuscht, daß ihr Orgasmus so schnell kam, und seine stille Anbetung ihres Körpers beendete. Manchmal möchte er in ihr Büro stürmen und seinen Kopf in ihrem Schoß vergraben, ihre Beine spreizen und sich selbst in ihren honigsüßen Tiefen verlieren. Aber sie ist niemals allein. Der andere ist immer da.

 

Sie seufzt vor Verzückung und streckt ihre Hand nach seinem Penis aus. "Lass' mich nicht betteln!" Sie lacht und er lacht mit ihr. Er liebt ihre Unbekümmertheit im Bett. Ihr Leben außerhalb des Schlafzimmers ist streng genug.

 

Seine Besorgnis, die zierliche Frau unter sich zu verletzten ist immer da, aber seine Geliebte ist eine Frau mit versteckter Kraft. Ihre Beine schlingen sich um seinen Rücken und er knirscht mit den Zähnen als er in sie eindringt. Es fühlt sich so großartig an, daß er den Impuls aufzuschreien unterdrücken muß. Er ist nie demonstrativ, aber er weiß, daß sie seine Zufriedenheit spürt.

 

Er möchte sie verschlingen, möchte jeden Zentimeter ihres duftenden Körpers mit dem Mund erkunden, aber er gibt sich damit zufrieden, ihren nach Pfefferminz-Mund zu schmecken, das Gefühl, wie ihre Zunge in seinen Mund dringt, das Gefühl ihre steifen Brustwarzen zu liebkosen. 'Kontrolle, behalte Deine Kontrolle,' denkt er aber es ist zu spät. Seine Stöße werden schneller und es scheint, als ob sie tiefer, enger und feuchter für ihn werden würde. Mit einem leisen Seufzen, ergießt er sich in sie und für einen Moment scheint es, als ob die Ekstase ihn völlig übermannt, als ob er vor Genuß ohnmächtig würde.

 

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Widerwillig trennen sich ihre Körper. Ihre Beine scheinen zu summen und sie fühlt die Röte in ihrem Gesicht und auf ihrer Brust. Sie lächelt, als sein Finger ihren Arm hinauf wandert.

 

Er liebt sie, sie weiß das.

 

 

Sie wünscht sich verzweifelt das gleich von sich sagen zu können.

 

'Laß' dies genug sein', bittet sie in lautlos, seine Hand ergreifend, während ihr Mund über seine feuchte Brust streicht. 'Laß' dies einfach genug sein'.

 

Nach einer Weile schlafen sie ein, sie umgeben von der Wärme und Stärke seiner Arme.

 

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Als die Sonne sich erhebt, öffnet er seine Augen und betrachtet seine schlafende Blume, ihre rosige Haut im Morgenlicht.

 

'Es ist nicht genug', denkt er. Er möchte alles, alles auf einmal.

 

Seufzend dreht er sich um und versucht wieder einzuschlafen.

 

ENDE